Schreiben und Lesen

Bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten hilft eine LRS-Therapie

Schreiben und Lesen haben in den meisten Kulturen eine große Bedeutung. Von daher hat es schwerreichende Folgen, wenn Menschen nicht in der Lage sind, das Schreiben oder Lesen hinreichend zu erlernen. Die Teilhabe an unserer Gesellschaft wird erschwert, psychische Belastungen und Probleme können die Folgen sein.

Eine mögliche Ursache für Probleme beim Erlernen des Lesens oder Schreibens kann eine Legasthenie bzw. Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) sein.

Oft treten Lese-und Rechtschreibschwierigkeiten in Kombination auf. Es gibt jedoch auch eine isolierte Rechtschreibschwäche oder eine isolierte Leseschwäche, bei denen nur in einem der beiden Bereiche Probleme vorhanden sind. Das Lesen ist meist sowohl in Hinsicht auf die Lesegeschwindigkeit als auch bezüglich der Lesegenauigkeit eingeschränkt. Die Folge ist dann in der Regel eine eingeschränkte Sinnentnahme beim Lesen von Texten. In der Rechtschreibung fällt vor allem eine Häufung von Fehlern auf, die auch durch ein verstärktes schulisches oder häusliches Lernen nicht zurückgeht. Hier ist dann Unterstützung von darauf spezialisierten Fachleuten gefragt.

Hilfe bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten erhalten Sie durch eine LRS-Therapie, die entweder von einem qualifizierten Therapeuten vor Ort durchgeführt werden kann oder in Form einer LRS-Online-Therapie. In beiden Fällen sollte im Vorfeld eine umfangreiche und aussagekräftige Diagnostik durchgeführt werden, die dann als Grundlage für den individuell ausgearbeiteten Therapieplan dient.

Legasthenie bei Kindern erkennen

"In einem Satz aus 5 Wörtern waren 10 Fehler." So die ernüchternde Bilanz einer Mutter über das Rechtschreibvermögen ihres 9 jährigen Kindes. In der dritten Klasse darf so etwas nicht passieren, nicht aus Müdigkeit oder Schusseligkeit. Aber sicher war sich die junge Mutter dennoch nicht. Sie fragte bei der Klassenlehrerin nach und bekam die Antwort: "Warten Sie ab, das wird schon." Doch schnell wurde klar, das würde nicht werden. Jedenfalls nicht von allein. Ein Kinderpsychologe wurde eingeschaltet. Die Diagnose nach einem knapp einstündigen Test: Lese-Rechtschreibschwäche. Ist die Diagnose erst einmal gestellt, kann den betroffenen Kindern schnell geholfen werden. Spezielle Programme helfen das richtige Lesen und auch das Richtigschreiben zu erlernen. Denn Legastheniker bekommen ihre Schwierigkeiten im Bereich des Lesens und der Rechtschreibung nur mit professioneller Hilfe in den Griff.

Was ist Legasthenie?

Legasthenie ist ein Wahrnehmungsproblem. Bei dieser Wahrnehmungsstörung können Bilder im Kopf schnell und einfach erzeugt werden. Die Brücke von diesem Bild zur Schrift allerdings ist entweder gestört oder gar nicht vorhanden. Doch eben jene Brücke baut sich weder schnell noch von alleine. Nur spezielle Aufgabenstellungen können den Betroffenen helfen, aus ihren bildlosen Aufgaben - wie Sachtexte - Bilder zu machen, die sie dann lernen müssen, fehlerfrei nieder zu schreiben. Wird die Wahrnehmung geschult, beginnt das Lernen Spaß zu machen, werden Ängste genommen. Und wie immer, wenn Ängste verschwinden oder wenigstens kleiner werden, stellen sich Erfolge ganz von allein ein.

Woran erkennt man Legasthenie?

Kinder, die "kreativ" mit Rechtschreibung umgehen, sind nicht immer Legastheniker. Klassische Merkmale einer Legasthenie ist das Vertauschen von Buchstaben wie "b" und "p". Noch deutlicher wird die Schwäche beim einfachen Abschreiben von Wörtern. Das Übertragen der Wörter zum Beispiel von der Tafel in das Heft geht immer schief. Auch mit allergrößter Anstrengung wird es ein Legastheniker nicht schaffen, die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge abzuschreiben. Auch beim Lesen fallen Legastheniker gern durch besonders "kreative" Lösungen ein. Sie erfinden neue Wörter, lesen über Buchstaben hinweg und bilden dennoch vollständige und sinnrichtige Sätze.

Wie wird Legasthenie therapiert?

Ein Legastheniker beginnt eine Therapie meist mit den sogenannten Silbenbögen. Silbenbögen werden unter die Wörter gesetzt und helfen diese zu verbildlichen. Auch die Ganzkörpersprache wird gern in eine Therapie einbezogen. Alles, was hilft, Buchstaben und Zahlen in Bilder zu transkribieren, wird in einer Therapie erlernt und trainiert. So werden aus den Sätzen voller Fehler nach und nach Sätze mit richtig geschriebenen Wörtern.

Offen mit dem Problem umgehen

Sätze, die nur aus Fehlern bestehen, gebe es heute kaum noch, so die junge Mutter. Ihr Kind habe nach fast zwei Jahren Therapie endlich den Anschluss an das Klasseniveau erreicht. Angst vor Diktaten hat ihr Kind nicht mehr, sagt sie weiter. Das läge aber auch daran, dass sie mit Beginn der Therapie mit offenen Karten gespielt und die Schule über die Schwäche ihres Kindes informiert habe. Ein Weg, den viele Therapeuten empfehlen, um den Kindern Zeit zu geben, erfolgreich in der Schule zu sein.